Regional einkaufen

Was ist mit Tante Emma passiert?

Veröffentlicht am:
Feb 3, 2020

Die Ursachen und Folgen des Ladensterbens

Seit vielen Jahren sinkt die Zahl der kleinen Lebensmittelgeschäfte (unter 400qm) in Deutschland. Man kennt sie als Tante Emma Läden: überschaubar, oft mit regionalen Produkten und einer liebevollen Atmosphäre. Im Jahr 1990 gab es noch 66.451, 2017 nur noch 8600. (Quelle: Handelsdaten). Nach Schätzungen des Handelsverbandes Deutschlands (HDE), wird bis 2025 jeder zehnte Laden schließen. Tausende Geschäfte, die den Kampf gegen die Riesen der Lebensmittelindustrie verlieren.

Das sind Zahlen, die erst einmal schwer zu glauben sind. Was passiert mit den ganzen Geschäften? Und was machen Menschen auf dem Land, wenn es plötzlich keine Lebensmittel mehr zu kaufen gibt?

Quelle: Infografik Die Welt

Dorfbewohner sind vollständig auf das Auto angewiesen

Im Durchschnitt müssen Menschen im ländlichen Raum ganze 2km Luftlinie zurücklegen, um überhaupt zur nächsten Einkaufsmöglichkeit zu gelangen.

Orte mit weniger als 5000 Einwohnern sind nämlich für Filialen oft uninteressant. Dies führt dazu, dass fast 90 Prozent aller Menschen auf dem Land mit dem Auto fahren müssen. Nicht nur die Umwelt leidet massiv darunter, sondern vor Allem ältere Menschen, die dadurch immer auf die Hilfe anderer angewiesen sind.

Wer ist schuld?

Verbraucher wollen immer günstigere Preise und eine immer größere Produktvielfalt. Dies bekommt man hauptsächlich in großen Supermärkten und Discountern. Dazu kommt, dass man sich heutzutage auch alles im Internet bestellen kann. Für kleinere Läden bedeutet das einen ständigen Überlebenskampf.

Und der Kampf ist schwer: Zunächst müssen alle mit der Digitalisierung verbundenen bürokratischen Hürden überwunden werden. Hinzu kommt, dass Kunden auch immer mehr Bequemlichkeit und immer schnellere Abwicklungen fordern.

Doch das ist nun mal so. Die heutige Zeit ist einem ständigen Wandel ausgesetzt, und wenn man dabeibleiben will, darf man nicht vor der Digitalisierung zurückschrecken. Wenigstens die Basisvoraussetzungen müssen erfüllt sein, wie elektrische Kassensysteme oder Kartenzahlung. Eine adäquate Online-Präsens ist dann schon der nächste wichtige Schritt. Doch nicht viele wagen es, ihn zu gehen, oder sie besitzen nicht die nötigen Ressourcen und das Know-how. Genau hier kommt Marktfee.app ins Spiel. Mit der App versuchen wir dieses

Problem anzugehen, indem wir kleinere Läden digitalisieren und in vielen Bereichen unterstützen.

Noch viel mehr als die Verkäufer, sind es die Verbraucher selbst, die mit ihrem Konsumverhalten einen großen Einfluss haben. Wenn wir versuchen, bewusst bei regionalen Anbietern einzukaufen, dann ist schon ganz viel getan. Denn letztendlich können wir entscheiden, wen wir mit unserem Geld unterstützen. Mit Marktfee.app ist das Ganze auch ziemlich einfach, denn so hat man alle regionalen Anbieter im Blick und kann direkt in der App vorbestellen. Das ist fast noch bequemer als im Supermarkt.

Fazit

Wie kann man es also schaffen, den ländlichen Raum zu mobilisieren und Einkaufsmöglichkeiten für jeden gut zugänglich und erreichbar zu machen? Ist der Online-Handel gleichzeitig das Problem und die Lösung?

Genau das ist der wichtigste Aspekt: Wir müssen kleinere Anbieter unterstützen, digitalisieren und fördern. Gleichzeitig müssen wir Verbraucher zu einem bewussten Konsumverhalten animieren. Ein Verhalten, welches der lokalen Wirtschaft und der Umwelt gut tut. Unser Ziel ist es, die Einkaufskultur im ländlichen Raum auszubauen, effizient und nachhaltig zu gestalten und den Einkauf in regionalen Läden zur bequemen Normalität zu machen.

Quellen:

HDE Handelsverband Deutschland
https://www.handelsdaten.de
Die Welt

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